Presse

J.S. Bach in der Kobesenmühle Niederhelfenschwil

Johann Sebastian Bach in der Kobesenmühle

(Vroni Krucker)

Gestatten: «Mein Name ist Johann Sebastian Bach» – so hat sich das musikalische Genie nie vorgestellt, denn über sein Leben, seine Visionen, seine Persönlichkeit hat er kaum etwas verlauten lassen. Da entsteht ein klarer Bezug zum Künstler Wilhelm Lehmann in der Kobesen. Auch er hat nicht viel geredet, aber sehr intensiv gearbeitet und seine Visionen gelebt.

Die Musik Bachs gelebt

Jonas Kreienbühl hat die Gäste an der Matinée in der Kobesenmühle begeistert und in die Bach’schen Kompositionen hineingenommen, fast glaubte man, das Genie selber zu sehen. Was er auf seinem Cello bot war Hohe Schule, exzellent und faszinierend. Er wurde Eins mit der Musik und dem Instrument. Mit scheinbarer Leichtigkeit glitten seine Finger über die Saiten, entlockten dem Instrument herrliche Töne. Die einzigartige Akustik des Raumes trug sie bis in den letzten Winkel, während draussen leise der Kobesenbach plätscherte. Jonas Kreienbühl ist ein viel gereister Musiker, auch bekannt aus Radio und Fernsehen. Zudem ist er Mitglied vom «Trio Fontane», das europaweit unterwegs ist. Ein grosser Erfolg war und ist das Programm «Klassik trifft Folklore» mit dem Hackbrettler Nicolas Senn. Jonas Kreienbühl unterrichtet Violoncello an der Musikschule des Konservatoriums Zürich und ist verheiratet mit der Pianistin Andrea Wiesli.

Durch die Schöllenen und über die Tremola

Von der «schönen Kati» über Muskelkater bis zur Polizeikontrolle: Das «Trio Fontane» und Nicolas Senn brachten Lebensfreude und Vielfalt in die Pfarrkirche Andermatt.

Elisa Hipp, Urner Wochenblatt

Langer Applaus und Bravorufe – für seine Uraufführung «Mitem Töffli öber de Gotthard» erntete Hackbrettspieler Nicolas Senn am Mittwoch, 28. März, mehr als nur grosses Lob. Der 28-Jährige hatte eine wahre Geschichte als Vorbild für die Komposition genommen: seine Töffli-Fahrt mit ein paar Kollegen. In der Schöllenen waren sie über das Velofahrverbot gestolpert: Die Polizei stand mitten in der Schlucht und schickte sie wieder nach Göschenen. In Andermatt entwickelte sich ein Fest mit Fondue und Tanz. «Fast hätten wir darüber den Pass vergessen.» Dieser stellte dann für die Töffli eine Herausforderung dar. «Doch mit Ach und Krach, mit Blut und Tränen haben wir es hinauf geschafft», erzählte Nicolas Senn weiter. Schliesslich holperten sie die Tremola hinunter. Alles abgebildet in der Komposition, gespielt mit Hackbrett, Geige, Klavier und Cello.

Das «Trio Fontane» und Nicolas Senn waren Gast beim Klassik-Osterfestival in Andermatt. Ihr Konzert stand unter dem Motto «Klassik trifft Folklore». Es machte schlicht Freude, den vier Musikern zuzuhören. Da gab es den «Cake-Walk» von Hans Jelmoli, den das «Trio Fontane» aus einem Archiv ausgegraben, abgestaubt und die handschriftlichen Noten entziffert hatte. Da war der «Sabrina-Fox», ein Solopianowerk mit einer «originellen Mischung aus Foxtrott und amerikanischem Ragtime», wie Pianistin Andrea Wiesli erklärte. Weiter ein Medley aus «Viva Volksmusik» und «e wörzigs Bröckli Appezöller Chääs», eine Zusammenstellung aus ungarischen Volksmelodien namens «Hejre Kati» – die «schöne Kati» und Johannes Brahms

«Hoch auf dem Berg, tief im Tal». Nicolas Senn präsentierte sein Stück «Wedegehnte», benannt nach dem Appenzeller Wort für Muskelkater, und der Zürcher Cellist Jonas Kreienbühl, dessen Mutter aus Altdorf kommt, begeisterte mit seinem Soloauftritt «Zogeamboge» von Carl Rütti, das auf der bekannten Melodie basiert. Zum Schluss kamen «Csárdás» und eine «Erinnerung an Zirkus Renz» – da blieben dem begeisterten Publikum nur noch Standing Ovations.

 

Temporausch mit Folklore-Flair

Zuger Zeitung, 31. März 2018
Gerda Neunhoeffer

Das preisgekrönte Trio Fontane (die Damen in glitzernden Abendkleidern) bot zusammen mit Nicolas Senn (in Tracht) einen Konzertabend der besonderen Art. In der Barockkirche St.Peter und Paul brachten sie die vielen Zuhörer zum Schmunzeln, gar Lachen und zu immer wieder begeistertem Applaus. Nicht zuletzt auch wegen der kurzweiligen Erläuterungen zu den einzelnen Stücken, die abwechselnd von allen vier Künstlern mit Charme eingestreut wurden. Und dass sie vieles auswendig spielten, intensivierte den hervorragenden Zusammenklang. Jedem der vielen Musik­stücke wurde spezieller Charakter verliehen, und das sichtbare Vergnügen während des Musizierens übertrug sich auf die Zu­hörer. Die Variationen über «Schönster Abendstern» lebten von starken Gegensätzen, die vom seelenvollen Cellospiel von Jonas Kreienbühl bis hin zur rhythmisch ausgefeilten Begleitung in Klavier (Andrea Wiesli) und Hackbrett reichten. Die «Rhapsodie pour un gitan» von Boris Mersson (1921–2013), eigentlich ein Violinkonzert mit Orchester, war im Arrangement des Trio Fontane ausgesprochen reizvoll.

Noelle Grüebler liess ihre Geigentöne leidenschaftlich aufleuchten, während die Begleitung von Klavier und Hackbrett in schillernden Klangfarben orchestrale Tiefe hinzufügte. Wie sich diese beiden Instrumente ­ergänzten und abwechselten, gab immer wieder überraschende ­Effekte. Bekannte Volksweisen bis hin zu Wilhelm Tell wurden im Medley «Viva Volksmusik» stimmungsvoll aneinandergereiht.

Uraufführung über Töfflitour

In der Uraufführung «Mitem Töffli öber de Gotthard» von Nicolas Senn, das der Bevölkerung des Urserntales gewidmet ist, konnte man die teils lustige, teils anstrengende Tour hautnah miterleben. Senn hatte seine Erlebnisse (ein Foto beweist, dass es wirklich ein Töffli war) mit einer zunächst heiteren Melodie umgesetzt, das Thema zog sich bis zur stürmischen Abfahrt durch. Die Strapazen klangen in klagendem Moll mitleiderregend – aber nach guter Rast ging es dann von der Pass­höhe munter wieder ins Tal. Das Publikum war begeistert.

Rassig klang das Rondo aus Joseph Haydns Zigeunertrio, und in «Hoch aufm Berg, tief im Tal» von Johannes Brahms sangen sogar alle vier die erste Strophe, bevor sie dann doch lieber zu ihren Instrumenten zurückkehrten. Was auf dem Cello alles möglich ist, demonstrierte Jonas Kreienbühl in seinem Solo «Zogeamboge», bevor es mit dem berühmten Csárdás von Vittorio Monti ungarisch feurig wurde. Wie Verzögerungen zelebriert wurden, um umso vehementer in den nächsten Geschwindigkeitsrausch zu stürzen, war phänomenal.

Fast wie im Märchen

St.Galler Tagblatt, 23. Januar 2018
Vroni Krucker

NIEDERUZWIL
Das mehrfach preisgekrönte Trio Fontane trat im evangelischen Kirchgemeindehaus auf und begeisterte die Zuhörer. Der Funke sprang schon beim ersten Takt über.

Dass dem Trio die Musik eine echte Herzensangelegenheit war, war sofort zu spüren – in den ausgewählten Stücken und in der Bereitschaft, den Gästen anspruchsvolle Musik zu schenken. Liebevoll erklärten die drei Akteure die Werke. Die drei boten anspruchsvolle, facettenreiche Musik in scheinbarer Leichtigkeit. Der Funke sprang schon bei den ersten Takten aufs Publikum über. Sie spielten in Höchstform, zeigten auf beeindruckende Weise, wie sie und die Instrumente miteinander kommunizieren. Kurze Blicke untereinander, ein Lächeln da, ein Kopfnicken dort reichte aus. Fest steht, dass fast 16 Jahre gemeinsames Spiel vieles zur Selbstverständlichkeit macht und trotzdem braucht es für jeden Auftritt die totale Aufmerksamkeit und das Engagement jedes Einzelnen.

Von Barock bis Neuzeit
Das abwechslungsreiche Programm eröffnete das «Trio B-Dur KV 502» von Mozart mit einem lebhaften Allegro, einem feinen Larghetto und dem fröhlichen Allegretto. Dann ging’s hinüber in die Neuzeit mit dem «Trio über ein Zürichsee-Lied», komponiert von Carl Rütti aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Zentralbibliothek Zürich. Das Finale, eine verspielte «Jig» bildete den fulminanten Schlusspunkt, das der Komponist für das Trio «massgeschneidert» hat.

Die immer wieder gern gehörte «Moldau», von Bedrich Smetana komponiert, ist sein wohl berühmtestes Orchesterwerk. Die Reise des Wassers von den beiden Quellen über die Vereinigung zum Fluss führt durch Wälder und Fluren, vorbei an Jagdszenen mit Hörnerklängen, einer fröhlichen Bauernhochzeit, zarten Elfentänzen, wirbelnden Stromschnellen weiter gegen Prag bis zur Einmündung in die Elbe. Nach dem begeisterten Applaus bot das Trio die wunderschöne «Barcarole» von Jaques Offenbach «Schöne Nacht, oh Liebesnacht».

Drei ausgezeichnete Solisten

Oberbaselbieter Zeitung, Thomas Brunnschweiler, Dezember 2017

Am Sonntag spielte das Orchester Gelterkinden unter Gunhard Mattes in der katholischen Kirche Gelterkinden ein reines Beethoven-Programm, in dessen Zentrum das Tripelkonzert von 1804 stand. Dass sich ein Laienorchester an Beethovens Tripelkonzert heran wagt, spricht entweder für seine Qualität oder den Mut des Dirigenten - oder wie im konkreten Fall: für beides. Das stark kammermusikalische Werk, das ein verkapptes Cellokonzert ist, enthält den ganzen Beethoven "in der Nussschale".​

Drei ausgezeichnete Solisten
Nach dem rezitativartigen Motiv der Bässe und Violoncelli und der Steigerung zum Tutti erklingt im Cello das Hauptthema. Solist Jonas Kreienbühl liess dieses Instrument mit warmem Timbre singen und entwickelte mit dem Violinisten Matthias Enderle und der perlend spielenden Pianistin Andrea Wiesli ein spannungsvolles Zusammenspiel. Im Largo bereiten die Streicher den Klangteppich für eine Cellokantilene vor. Der sehr kammermusikalische Satz wurde von allen drei Solisten filigran interpretiert und ging nahtlos in den dritten Satz über, ein scherzohaftes Rondo alla Polacca, dessen humorvoller Charakter durch die schalkhaften Blicke der Solisten noch unterstrichen wurde, die sich durch gutes Timing und eine anpassungsfähige agogische Gestaltung auszeichneten. Nach grossem Applaus gaben die drei Solisten als Zugabe das Adagio aus Beethovens „Gassenhauer-Trio“ op. 11 zum besten.

 

Klangschön und mit Verve

Schweizer Musikzeitung, 9. November 2017
Daniel Lienhard

Zum hundertjährigen Bestehen gibt die Zentralbibliothek Zürich eine Doppel-CD heraus mit Kammermusik und Liedern aus ihren Beständen.
Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass in der Schweiz, genauer gesagt in Zürich, in den letzten zweihundert Jahren zumindest handwerklich untadelige, aber auch inspirierte und sogar begeisternde Musik geschrieben wurde – hier ist er! 2005 nahm die 1917 gegründete Zentralbibliothek die alte Zürcher Tradition der Neujahrsblätter leicht abgewandelt wieder auf: mit einer CD mit Klaviermusik von Johann Carl Eschmann. Die diesjährige Doppel-CD Zürich klingt erinnert an das hundertjährige Bestehen der Bibliothek mit einem Querschnitt durch die reichen Bestände der Musiksammlung. In dieser Abteilung findet man nicht nur die Musikalien der Bibliotheken der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich, des Opernhauses, der Tonhalle und des Konservatoriums, sondern auch rund 200 Musikernachlässe.
Aufgenommen wurden Lieder und Kammermusik, verdienstvollerweise nicht nur von Othmar Schoeck, dem berühmtesten in Zürich lebenden Komponisten, sondern auch von heute unbekannten Musikern wie Friedrich Niggli, Emil Frey oder Hans Jelmoli. Nicht fehlen durften natürlich Werke von Xaver Schnyder von Wartensee und Hans Georg Nägeli, den Grössen der Schweizer Musik des 19. Jahrhunderts und von Johann Carl Eschmann, dessen Musik immer grosses Hörvergnügen bereitet. Die Welt hat vielleicht nicht gerade auf ein Klaviertrio-Arrangement von Smetanas Moldau gewartet, aber der gebürtige Berliner Boris Mersson hat es auf jeden Fall mit Können und Geschmack geschrieben. Das ausgezeichnete Trio Fontane spielt es klangschön und mit Verve. Seine Pianistin Andrea Wiesli zeichnet nicht nur für die Programmauswahl verantwortlich, sondern begleitet auch die Sopranistin Muriel Schwarz und den Bariton Ruben Drole in überaus lebendigen Interpretationen der Lieder. Ausserdem stellt sie mit Volkmar Andreaes Drei Intermezzi für Klavier ein unbekanntes Werk des berühmten Dirigenten vor. Last but not least rundet das hervorragende Klaviertrio «über ein Zürichsee-Lied» von Carl Rütti, eine Auftragskomposition der Zentralbibliothek, mit neuen Klängen zwei CDs ab, denen man viele Hörer wünscht.

Ausflug an den Zürichsee

Südkurier, 21. August 2017
Corinna Raupach

„Pianistin Andrea Wiesli schließt die Augen, horcht in sich hinein und gibt den Einsatz zum leichtfüßigen Mozart-Allegro. Luftig wirft das Klavier das Thema in den Raum und entwickelt es nach spielerischen Einwürfen von Geige und Cello weiter. Ein Reigen aus Grazie und Leichtigkeit entfaltet sich, der auch die in muntere Passagen eingewebten Seufzer ernst nimmt. In aller Ruhe kosten die Musiker des Trio Fontane die melodischen Weiten des Larghettos aus und umschmeicheln sie mit Trillern und Verzierungen. Nimmt die Geige die liedhafte Melodie mit viel Süße, wandelt das Cello sie in sanfte Traurigkeit, freundlich denkt das Klavier den beiden nach. Geradezu mutwillig startet das Rondo und strebt nach tänzerischem Beginn kraftvoll, fröhlich oder melancholisch zum temperamentvollen Schluss.
Mit dem Werk eröffnet das Schweizer Trio Fontane das letzte Sommerkonzert in der Schlosskirche. Seit 2002 spielen Andrea Wiesli (Klavier), Noëlle Grüebler (Geige) und Jonas Kreienbühl (Cello) zusammen. Ihre Konzerte widmen sie vor allem der Wiederentdeckung vergessener Komponisten und der Interpretation neuer Musik. Beispielhaft dafür stehen die nächsten Programmpunkte: Der Österreicher Heinrich von Herzogenberg war zu Lebzeiten anerkannter Komponist romantischer Musik, stand aber im Schatten seines Zeitgenossen und Freunds Johannes Brahms.
Die zweite „Legende“ entstand wahrscheinlich 1888 nachdem der Komponist wegen eines Gelenkleidens monatelang ans Bett gefesselt war. Über dunkel rauschendes Klavier singt das Cello eine leidenschaftliche Elegie, die nach sanft schwebendem Mittelteil aufbegehrt und schließlich verebbt. Das Adagio aus seiner Violinsonate lebt von langen Bögen, in großer Amplitude und über alle Saiten ausgelebt. Vor Übermut, Energie und waghalsigen Doppelgriffen sprüht das Allegro. Aus seinem zweiten Klaviertrio geben die Musiker das Andante. Anfangs erhebt sich die Geige, sachtes Raunen des Klaviers und gezupfte Tupfer des Cellos stützen sie. Empathisch antwortet das Cello, das Klavier reagiert mit großem Crescendo. Geradezu zärtlich begegnen sich die Instrumente und finden sich im zart gewobenen Schlusston.
Der Schweizer Komponist Carl Rütti hat sein erstes Klaviertrio für das Trio Fontane geschrieben, Anlass war der 100. Geburtstag der Zentralbibliothek Zürich. „Die Komposition musste mit dem Musikalienbestand der Bibliothek zu tun haben“, erzählt Andrea Wiesli. Rütti wählte das „Vaterlandslied auf den Zürichsee“ von Anton Liste. Im zweiten Satz zitieren Geige und Cello dieses wörtlich. „Das Klavier spielt dazu etwas, das Rütti „Amselgesang“ nannte“, sagt Wiesli. Rütti macht in seiner Musik das Wasser hörbar: es fließt und tröpfelt, strömt und verdunstet. So lieblich es im Sonnenschein glitzert, so wild tobt es im Sturm. Dabei ist es nicht bösartig, es tanzt vielmehr, mischt Jazz mit einer etwas verstimmten Amsel, Humor mit schillernder Virtuosität. Diese Musik verändert die Musiker: Andrea Wiesli, die sonst mit ihren Tönen flirtet oder ihnen wie träumend hinterherschaut, greift fest zu und lässt das Klavier hüpfen. Die ernste Noëlle Grüebler hält es kaum auf ihrem Stuhl, wenn sie ihre Geige zum Rhythmusinstrument macht. Jonas Kreienbühl heizt mit Bogen und Fingern über die Saiten. Begeisterter Applaus belohnt den Ausflug an den Zürichsee.“

Märchenhafter Klangzauber

Schwäbische Zeitung, 21. August 2017
Christel Voith

„Alle drei Musiker begeistern ihr Publikum mit ansteckender Frische und Lust für Innovation. So darf es nicht wundern, dass der Komponist Carl Rütti aus Zug ihnen sein „Trio über ein Zürichsee-Lied“ auf den Leib geschrieben hat, ein Auftragswerk zum 100-jährigen Bestehen der Zentralbibliothek Zürich. Schon nach den ersten Takten des Cellos deutete die Violine das Lied an, das in allen drei Sätzen immer wieder neu anklingt, intensiver wird, suggestive Klangbilder schafft, die in jazzige Rhythmen hinübergleiten. Alpenländisch und zugleich märchenhaft entrückt klingt es im Adagio, ehe das Werk mit lebhaft tanzendem und schillerndem Jig ausklingt.

Spritzig, magisch, filigran

Wie in diesem vielfarbigen zeitgenössischen Trio hatten die Musiker auch zuvor mit brillantem Spiel gefangen genommen. So sprudelte der Quell eingangs in Mozarts Trio B-Dur KV 502. Spritzig gingen sie das Trio an und zeigten zugleich viel Seele in den lyrischen Passagen. Magisch war der Ton von Klavier und Violine in den süffigen Kantilenen des Larghetto, während das Allegretto zum verspielten Dialogisieren wurde, das die Musik in filigranem Spiel funkeln ließ.

Zur Freude von Kantor Wittnebel, der schon mehrfach mit der Kantorei Werke von Heinrich von Herzogenberg aufgeführt hat, stand der glühende Brahms-Verehrer auch hier auf dem Programm. Glühend war auch die Legende op. 62 Nr. 2 für Violoncello und Klavier, bei der der Cellist mit seinem samtenen Ton richtig zur Geltung kam. Mit großer Tiefe schufen die Spieler einen betörenden Klang. Nicht minder schön waren die Sätze aus der Violinsonate Nr. 2 op. 54, die die Geigerin und die Pianistin in innigem Miteinander wie in sprühender Dynamik verbanden. Und wie eine Traumlandschaft von märchenhaftem Zauber zog danach das Andante aus Herzogenbergs Klaviertrio Nr. 2 d-Moll op. 36 in wogendem Miteinander vorüber. Einen sehr stimmigen Schlusspunkt setzte Gabriel Faurés romantische Träumerei „Après un rêve“.“

 

Not just urgently recommended - it's compulsory

Fanfare Magazine

Radecke Piano Trios and Fantasy Pieces

„No composer, living or dead, could ever hope for his or her music to be played with greater empathy, emotional sincerity, and tonal beauty than it is here. For all lovers of gorgeous Romantic chamber music its immediate purchase is not just urgently recommended, it’s compulsory.“

Jerry Dubins
Juli/August 2017

Captivating Performances

Musicweb International

Robert Radecke Piano Trios

„There’s no doubting that Radecke could come up with a ‚good tune‘, and that’s exactly what we get in the Andante sostenuto; its tender whisperings are delicately etched by the players. The finale is genial and smiling, with the Trio Fontane giving it their all with confidence and surety. …
I couldn’t imagine more enthusiastic advocacy of these delightful scores than that which permeates these captivating performances by the Trio Fontane, who maintain a decorous balance throughout. CPO’s splendid sound quality is another plus.“

Stephen Greenbank
March 2017

Jedes Stück eine echte Entdeckung

Ostschweiz am Sonntag, 12.2.2017

 

Hingebungsvoll

Magazin Klassik.com, 24.1.2017



Robert Radeckes Kammermusik steht der zahlreicher Zeitgenossen in nichts nach – zumal wenn sie so feinfühlig und hochengagiert geboten wird wie hier.

Wer als Komponist in der Mitte des 19. Jahrhunderts seine Ausbildung in Leipzig absolvierte, konnte sich kaum dem Dunstkreis Mendelssohns, Schumanns, Moscheles‘ oder Julius Rietz‘ entziehen; so auch der aus Schlesien stammende Robert Radecke (1830–1911), der zwar seinen ersten Unterricht bei seinem Vater, einem Kantor erhalten hatte, der aber von den ‚üblichen Verdächtigen‘ am Leipziger Konservatorium unterwiesen wurde. Als bester Organist seines Jahrgangs durfte er 1850 Schumann dessen BACH-Fugen op. 60 vorspielen. So überrascht auch der Titel der ‚Drei Fantasiestücke‘ op. 7 für Violoncello und Klavier nicht, die 1853, nur drei Jahre nach Schumanns ‚Fünf Stücken im Volkston‘ im Druck erschienen. Die Stücke, melodisch und harmonisch attraktiv und der Leipziger Tradition offenkundig verpflichtet, sind ‚dankbares Futter‘ und eine willkommene Alternative zu dem üblicheren Repertoire der Zeit. Jonas Kreienbühl und Andrea Wiesli erweisen sich als engagierte, überzeugte und überzeugende Anwälte der Musik, mit hohem Stil- und Formgefühl. Der leichte Zugriff im letzten Satz ist genauso erfolgreich wie der kantable Tonfall im Mittelsatz, beides in unübertriebenem Understatement. Kreienbühl setzt nicht zu viel Vibrato oder Portamento ein und trifft so gerade den rechten Ton, während Wiesli dem Flügel wohltuend warme Klänge entlockt.

Radeckes Klaviertrios As-Dur und h-Moll entstanden bis 1851 bzw. 1853/1855/1868, erlebten ihre Drucklegung aber erst 1864 resp. 1868 unter den Opuszahlen 30 bzw. 33; das zweite Trio ist Anton Rubinstein gewidmet, das erste bekamen Schumann wie auch Franz Liszt zu Gehör, beide waren gebührend beeindruckt. Die musikalische Tiefe und Qualität der Kompositionen fügen dem nicht gerade weitbekannten Klaviertriorepertoire des zweiten Drittels des 19. Jahrhunderts attraktive Beiträge hinzu. Ein paar kleinere Formalismen in der Textur des späteren Trios beeinträchtigen seinen musikalischen Wert kaum, zumal in derart hingebungsvollen Darbietungen wie hier durch das Trio Fontane (neben Kreienbühl und Wiesli der Geigerin Noëlle Grüebler. Das Trio, 2002 an der Zürcher Musikhochschule gegründet und von jeher ein Anwalt auch wenig bekannter (auch schweizerischer) Musik, ist in Radeckes Idiom hörbar zu Hause und bietet engagierte, tiefgründige Interpretationen. Die Energie springt unmittelbar über, dem Gespür für Kantilene wird an passender Stelle aber auch immer der rechte Platz eingeräumt. Sehr schön ausgespielt wird auch das dynamische Spektrum der Musik, bis in das differenzierteste Pianissimo bleiben die Texturen aber von größter Klarheit.

Der Schweizerische Rundfunk SRF bietet brillante, gut strukturierte und atmosphärisch dichte Aufnahmetechnik (das Zürcher DRS-Studio ist der perfekte Aufnahmeort), das Booklet informiert umfassend über den Komponisten, von dem nur vier Kammermusikwerke zu Lebzeiten im Druck erschienen (neben den drei hier vorgelegten noch Vier Stücke für Violine und Klavier op. 1).

Dr. Jürgen Schaarwächter, KLASSIK.COM
Rendez-vous von feinster Klassik mit Appenzeller Folklore

Zuger Zeitung 13. Juni 2016


IMG-20160613-WA0000
Dorotea Bitterli
In der Ägerihalle trafen sich Nicolas Senn und das Trio Fontane zu einem ungewöhnlich überzeugenden musikalischen Crossover.
Den vier preisgekrönten Schweizer Musikern sind Instrumentalarrangements gelungen, die besser kaum sein könnten: Während 90 Minuten entfaltete sich eine Perlenkette mitreissender, leuchtender und abwechslungsreicher Tanzstücke, gespielt im Quartett, Duett oder als Solo – immer wieder eingeführt, erklärt und vertieft durch ein paar Anekdoten der Musiker selbst. Virtuosität stand allen vier Musikanten zur Verfügung – leicht, spielerisch, perlend.

Ein kraftvolles Konzert

Seetaler Bote

Emil Barmet

“Franziska Brunner an der Harfe und Jonas Kreienbühl am Cello erfreuten eine schöne Anzahl Konzertbesucher. Mal spielte das Cello, mal die Harfe die führende Rolle, untermalt vom anderen Instrument. Die Klänge erfüllten den Kirchenraum wie von einem einzigen Instrument kraftvoll verdichtet. ”

“Hildisrieden erlebte einen Abend von musikalischer Höchstklasse.”

Trio Fontane spielt zum Jubiläum

Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen

Dany Tettamanti

“Wenn klangvolle Töne derart gefühlvoll das Publikum bezaubern können, wie dies das Trio Fontane beherrscht, dann haben sich die idealen Künstler zusammengetan.”

“Noëlle Grüebler, Violoncellist Jonas Kreienbühl und Pianistin Andrea Wiesli offenbarten schon ab dem ersten Ton eine lustvolle Virtuosität und ein harmonisches Zusammenspiel. Hautnah erlebten die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer zwei leidenschaftliche Musikerinnen und einen Musiker, die mit ihrem agilen Spiel ein berührendes Musikerlebnis erster Güte boten.”

Rauschende Ballnacht

Zürcher Unterländer, 7. Januar 2014

Steffanie Gohr

Beim Neujahrskonzert verwandelte das Trio Fontane die Mühle Otelfingen mit ungarischen Reigen, Walzern und Tangos in einen Tanzsaal. Ausserdem überraschte das Trio mit einem Schweizer Komponisten.

Die drei Interpreten geniessen die technischen Herausforderungen, auch in Solopartien. Mehrere Gäste raunen “super”, und eine Besucherin schwärmt hingerissen: “Die drei Musiker beeindrucken mich sehr”.

Eine sprudelnde Idee des Trios ist die Aufführung des Schweizer Pianisten, Dirigenten und Komponisten Boris Mersson, der 2012 mit 92 Jahren starb. Seine “Capricciosa” über ein Virginisches Volkslied und “Eine kleine Plauderei” sind ein reicher Brunnen voller munterer Passagen, die das Publikum zum Schmunzeln bringen, und ungewöhnlichen melancholischen und dramatischen Wendungen.

Auch Merssons Triobearbeitung der “Moldau” von Smetana zeugt von Ideenreichtum. Mersson und dem Trio Fontane gelingt es, das Plätschern, An- und Abschwellen und Tosen des Wassers zu einem ungehörten Erlebnis zu machen. Tosend ist dann auch der Applaus.

Tschaikowsky mit Esprit

Rhein-Neckar-Zeitung, 16. Oktober 2013

“In seiner Schweizer Heimat zählt das 2002 gegründete Trio Fontane zu den arriviertesten jungen Kammermusikformationen. Im dritten Saisonkonzert der Gesellschaft der Musik- und Kunstfreunde Heidelberg lieferte das Ensemble in der gut besuchten Alten Aula der Universität eine aussagekräftige Visitenkarte ab. In Haydns “Zigeunertrio” setzten die wunderbar spritzig-agile Pianistin und die wahrhaft exquisit klingende Geigerin nicht nur im berühmten “Rondo all’ongarese”-Finale vergnüglichste Akzente. Mit Frank Martins “Trio sur des mélodies populaires irlandaises” von 1925 folgte der wohl bekannteste und bedeutendste Schweizer Gattungsbeitrag überhaupt – ein neoklassizistisches Kabinettstück, dessen ebenso geistvolle wie zündende Folkloreadaption dankbarstes Material bieten. Ihre tiefe Vertrautheit mit der charakteristisch eleganten und transparenten Klangsprache des Landsmannes führten die drei Fontane-Musiker beim Heidelberger Konzert in souveräner Feinabstimmung vor – mit geschmackvoll verinnerlichten Adagio-Soli des Cellisten und superbem Damenduo in den Ecksätzen. Tschaikowskys monumentaler a-Moll-Solitär op. 50 fordert von den Interpreten große Virtuosität, intensives Gefühl und – gerade in seinem Variationenteil – besonderen spielerischen Esprit. Die Musiker blieben insofern absolut nichts schuldig: Wie stilsicher und brillant sie ihre opulenten Parts beseelten, ließ wohl die Herzen aller Tschaikowsky-Fans in der Alten Aula höher schlagen. Dass diese Tschaikowsky-Deutung bei aller Süffikeit nie zu kitschig-sentimentaler Schwerfälligkeit neigte, unterstrich erst recht ihr überdurchschnittliches Format.”

Trio-Konzert im Alten Bad Pfäfers auf höchstem Niveau

St. Galler Oberland Nachrichten

“Es war ein märchenhaftes Spiel auf 52 weissen und 36 schwarzen Tasten, auf zwei mal vier Saiten mit drei Künstlern, die schon seit elf Jahren zusammen musizieren, mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurden und weit über die Landesgrenze hinaus bekannt sind. Jetzt zudem auch in dieser Region.

von Reto Neurauter

Das junge Trio Fontane verbreitete am Sonntag im Alten Bad Pfäfers sozusagen höchste musikalische Glücksgefühle – äusserst schwungvoll und lüpfig. Schon bei Haydns Trio in Es-Dur “in the German style” bewegten sich die jungen Musiker Noëlle Grüebler (Violine), Andrea Wiesli (Klavier) und Jonas Kreienbühl (Violoncello) auf erstaunlichstem Niveau. Ihre Sicherheit in den Tempi, im Zusammenspiel und den Einsätzen war frappant. Und weil noch Spielwitz und Spielfreude dazu kamen – die waren das ganze Konzert hindurch äusserst präsent -, hiess es für die Zuhörerschaft, in Glücksgefühlen schwelgen. Gefühlvoll interpretierte das Trio die Walzer-Märchen von Eduard Schütt – Töne, die schmeichelhaft waren. Ebenso begeisterte Frank Martins Trio über irländische Volkslieder das Publikum an diesem Sonntag Nachmittag. Ein weiterer Höhepunkt, für den es sich lohnte dabei zu sein, und der einem durchaus auf andere (Ferien-) Gedanken bringen konnte. Smetanas ‘Moldau’ ist eigentlich ein Orchesterwerk, das der Pianist Boris Mersson für Trios wie dasjenige wie ‘Fontane’ bearbeitet hat. Und wie er das getan hat, und wie es das Trio Fontane interpretiert hat. Etwas einzigartiges, wenn ein Trio ein so bekanntes Orchesterwerk aufführt. Das hat viel Reizvolles in sich, da darf man ruhig ein wenig träumen.”

Stimmig musiziert

Musik & Theater, Juni 2013

Zehn Jahre hat sich das Schweizer “Trio Fontane” Zeit gelassen für seine erste CD. Das hört man: Die Pianistin Andrea Wiesli, die Geigerin Noëlle Grüebler und der Cellist Jonas Kreienbühl bilden ein harmonisches Team, das für die eingespielten Klaviertrios von Beethoven, Smetana und Hans Schaeuble je einen eigenen Ton findet. Ihre Interpretationen fussen auf einer gemeinsamen musikalischen Haltung und sind bis ins Detail stimmig gestaltet. Beethovens Trio c-moll op. 1/3 spielen sie zügig, leichtfüssig und elegant, aber deswegen nicht oberflächlich. Grüeblers expressives Solo zu Beginn gibt den Ton vor für die mit Energie und Intensität aufgeladene Interpretation von Smetanas Opus 15. Das Klaviertrio des 1906 in Arosa geborenen, 1988 in Zürich gestorbenen Hans Schaeuble ist ein Spätwerk in jedem Sinn. Der Musiker feierte grosse Erfolge in Nazi-Deutschland, was später seinem Ruf und seiner Karriere enorm schadete. Das dichte, schwerblütige Trio, 1960 nach langem Schweigen entstanden, weist musikalisch in die Vergangenheit zurück. Nach einem ausladenden Moderato (mit überraschenden Walzer-Sequenzen) folgen ein fahler Klagegesang, ein unfrohes scherzoartiges Allegro und ein kurzer Abgesang. Zu hören ist eine sehr engagierte, kompakte Aufführung.

Alfred Ziltener

International record review – December 2012

GMCD 7384 – Trio Fontane

The members of Trio Fontane give an immensely impressive reading of the Beethoven. The instruments are well balanced and the players interactive as thoroughbred chamber musicians. Tempos are ideal in all four movements and the collective interpretation is searching, sensitive and meaningful, not least in terms of dynamic contrasts, phrasing and clarity; quite obviously the musicians have thought long and prepared assiduously.

The three-movement Smetana begins with an impassioned violin solo, ably taken by Noëlle Grüebler, her colleagues matching her for weight of sound and intense emotionalism. How well pianist Andrea Wiesli (also the booklet note writer) finds what one might term a Lisztian tone, having declared something lighter and crisper for the Beethoven. All three players bring depth of feeling and gusty attack to the first movement. The scurrying second movement is nimbly addressed and the Presto finale really scoots by but without any Sense of haste or blurring and enjoys well-wrought expansiveness for the closing bars before the dash to the finishing post.

Both these performances are inspiring, as persuasive interpretations of the Scores and as music-making per se. One now has complete faith in these players and if they consider the Piano Trio of Swiss composer Hans Schaeuble worth recording, then so should we. Not quite, in fact. Schaeuble (1906-88) wrote the work in 1960. It has four movements, the opening one lasting ten minutes, with the remaining ones about three minutes each. Stylistically Schaeuble is difficult to pin down. The opening movement, in which waltz time is important, sounds as if it could be from the early Part of the last century, composed by either Schoenberg or Ravel, or their acolytes. The second movement, Andante, is rather shadowy and troubled and leads to a syncopated Allegro, quite spiky, and this in turn folds into another Andante, unrelieved if returning to the Ravelian mood of the opening movement.

The work (more or less four movements in one) poses little problems for the listener, save for finding a distinct personality, but it is a sincere and skilled piece, admirably delivered by Trio Fontane. The recording is excellent in its tonal naturalness and balance if occasionally a little chilly.

Colin Anderson

Ein überraschender Coup

Zürcher Oberländer, 18. Oktober 2012

Seegräben. Das Debütalbum des Trios Fontane mit der Geigerin Noëlle Grüebler aus Aathal überzeugt mit frischen Interpretationen und spannender Musikauswahl.

David Huber

Das Trio Fontane mit der Pianistin Andrea Wiesli, der Geigerin Noëlle Grüebler aus Aathal und dem Cellisten Jonas Kreienbühl präsentiert seine soeben getaufte Debut-CD: Beethovens Trio op. 1 Nr. 3 ist ohne den Ruch modernisierender Aufführungspraxis zu hören – souverän urtextgetreu. Die Dynamik wird effektvoll, aber wohldosiert eingesetzt, ebenso Agogik und Akzente. Die Durchführung des Kopfsatzes ist geradezu spektakulär und die an Schubert erinnernden Passagen bewegen.

Der in Es-Dur stehende lyrische zweite Satz zeigt die für Beethoven nicht atypische Einfachheit der Melodik, in der ihre ganze Schönheit verborgen liegt. Das Trio entwickelt die Variationen sanft, aber eindringlich. In der Klangbalance erhalten die Streicher hier einen besonders hohen Stellenwert: So etwa ein samtweich gespieltes, in es-Moll anhebendes Cellosolo von Kreienbühl, auf das Grüebler in dem ihr eigenen, betörend dichten Ton antwortet.

Das tänzerische Menuett kommt dem perlenden und doch straffen Zugriff von Wiesli entgegen, ist akzentuiert und dynamisch ausgewogen. Beethovens abrupter Wechsel ins Dramatische im Prestissimo lässt die markanten Gegensätze dieses frühen Werks hervorscheinen; das Trio Fontane interpretiert dies mit Leichtigkeit. Da sind junge Künstler am Werk, die grosse Literatur nicht nur technisch perfekt lesen, sondern eindringlich zu deuten verstehen.

Früher Tod thematisiert

Smetanas anspruchsvoller Klangteppich – das Trio in g-Moll op. 15 – wird stellenweise beinahe orchestral ausgerollt. Zwischen Tonarten oszillierend, stehen burleske Elemente insistierenden, ja hämmernden Phrasen gegenüber. Das Werk widmete der tschechische Komponist seiner früh verstorbenen Tochter. So erstaunt es nicht, dass dramatisch angelegte Überlagerungen und dazu kontrastierende, gemächliche Kantilenen grosse Zerrissenheit aufleuchten lassen. Das Ensemble entfesselt dabei seine ganze Virtuosität und glänzt brillant symphonisch, ohne je an Transparenz zu verlieren.

Mit der Deutung des von der Dodekaphonie beeinflussten Klaviertrios des in Arosa geborenen Hans Schaeuble landet das Trio Fontane schliesslich einen Überraschungscoup. Ganze Klangspektren werden durchmessen, doch gleichzeitig bleibt diese Neue Musik leicht nachvollziehbar. Das kurzweilige, zeitgenössische Werk erweist sich aufgrund seines zuweilen durchaus romantisch anmutenden Melodienreichtums als eigentliche Perle dieses würdigen Debüts.